Veganes Leder tut der Umwelt, den Tieren und uns Menschen gut. Wir verraten euch alles über die nachhaltige vegane Alternative in der Modeindustrie.
Wenn man an das Wort "vegan" denkt, dann kommt einem doch direkt die Ernährung in den Sinn, doch darum soll es hier nicht gehen. Viel mehr geht um veganes Leder, welches einen richtigen Hype erlebt, denn der vegane Lifestyle wir immer beliebter. Viele Modehäuser und Designer wollen ein Statement setzen und verwenden tierfreie Materialien. Taschen, Sneaker oder andere Fashion-Pieces müssen heutzutage nicht mehr aus echtem Leder sein und durch Alternativen können Labels der Erde weniger Schaden zufügen. Marken wie Stella McCartney oder Nanushka sind nur zwei von vielen Designerlabels, die vegane Kleidung im Sortiment haben. Wir stellen euch alles Wissenswerte über die tierfreie Alternative vor.
Im Großen und Ganzen bedeutet veganes Leder, dass es ganz ohne tierische Materialien hergestellt wird. Dadurch, dass veganes Leder ohne tierische Materialien auskommt, handelt es sich hierbei also auch nicht wirklich um Leder. Bei der Alternative in der Fashionindustrie werden stattdessen Pflanzenfasern und synthetische Materialien verwendet, die der Optik sowie in ihrer Verarbeitungsweise dem echten Leder gleichen. Bei einer Tasche oder einem Schuh aus veganem Leder werden außerdem Leime verwendet, die nicht aus Knochen gewonnen werden, so wie es bei echten Lederwaren der Fall ist. Kunst-und veganes Leder werden als sehr umweltschonend und nachhaltig beschrieben. Wir können aber vorwegnehmen, dass es auch immer eine andere Seite gibt und nicht jedes Label oder jedes Produkt die genannten Aspekte erfüllt. Einige Brands setzen auf eine billige Produktion ihres Kunstleders, bei der häufig auch Plastik verwendet wird und Schadstoffe in die Umwelt abgegeben werden.
Unter Kunstleder versteht man alle Materialien, die zur Herstellung von Kleidung oder Accessoires genutzt werden, die Leder optisch ähneln, aber nicht aus Tierhäuten bestehen. Um sich "veganes Kunstleder" nennen zu können, muss in der Produktion auch auf tierischen Leim beim Verkleben verzichtet werden. Wenn ihr also auf der Suche nach veganem Leder seid, dann solltet ihr darauf achten, dass die Produkte auch so gekennzeichnet sind. Sobald Kunstleder draufsteht, können trotzdem tierische Materialien verwendet worden sein.
Bei einer herkömmlichen Kunstledertasche werden Materialien verwendet, die überwiegend aus fossilen Ressourcen wie Erdöl gewonnen werden. Dazu gehören Polyvinylchlorid (PVC) und Polyurethan (PU). Der Nachteil an reinen Kunstlederprodukten ist, dass sie sich schwer recyceln lassen und die Umwelt oft stark belasten. Die verwendeten Materialien brauchen sehr lange bei einem natürlichen Prozess sich zu zersetzen – bei veganem Leder ist dies nicht der Fall.
Wenn ihr auf ein Fashionpiece aus veganem Leder zurückgreifen möchtet, gibt es mittlerweile viele täuschend echte Imitate ganz ohne Kunststoff. Wir stellen euch verschiedene Verfahren vor.
Beim Ananasleder wird das Leder tatsächlich nicht direkt aus der Frucht gewonnen, sondern aus Fasern der Ananasblätter. Ananasleder ist auch bekannt als Piñatex (abgeleitet von dem spanischen Wort "Piña" für Ananas), ist sehr robust und kann sogar preisgünstig hergestellt werden.
Ein weiteres Produkt aus der Natur ist Kakteenleder oder auch Desserto-Leder genannt. Das vegane Leder wurde 2020 das erste Mal in Mexiko vorgestellt und wird direkt aus den Kakteen gewonnen. Der Vorteil am Desserto-Leder ist, dass es echtem Leder zum Verwechseln ähnlich sieht, da es robust, atmungsaktiv und flexibel ist. Kakteenleder wird für Kleidung und Schuhe, aber auch für Accessoires verwendet. Ein weiterer Vorzug der Lederalternative ist, dass es bei der Produktion mit minimalem Wasserverbrauch hergestellt wird. Das liegt unter anderem daran, dass Kakteen bekanntlich kaum Wasser brauchen und in der prallen Sonne gedeihen.
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Pilzleder, oder auch Mylo-Leder genannt, ist ein neues Highlight unter den veganen Lederarten. Dabei wird Mylo aber nicht aus Pfifferlingen oder Champignons hergestellt, sondern aus Myzelium. Dabei wird das Produkt aus einer unterirdischen Wurzelstruktur von Pilzen gewonnen. Das vegane Leder aus Myzelium sieht echtem Leder nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern hat auch eine ähnliche Haptik. Große Labels wie Stella McCartney oder Mode-Gigant Kering investieren in die Forschung des Ledermaterials und unterstützen somit den Fortschritt des veganen Leders.
Fruit Leather ist in Europa etwas unbekannter, aber im asiatischen und amerikanischen Raum verbreitetet. Kunstleder kann nämlich auch aus anderen Frucht-und Pflanzenfasern gewonnen werden. Sehr beliebt ist dabei unter anderem Hanf, da es besonders umweltschonend ist und sich leicht zu pflegen lässt. Andere Alternativen sind veganes Leder aus Mango-, Gurken-, Apfel- und Bananenfasern. Ebenfalls beliebt ist Teakleder aus Pflanzenfasern. Durch besondere Prägungen der Blätter entstehen schöne Unikate.