Heute ist Internationaler Frauentag 2023: Ver.di ruft zu einem bundesweiten Warnstreik in Kitas auf. Doch auch im Bereich Kunst und Kultur sind zahlreiche Veranstaltungen in Niedersachsen geplant.
Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März für ihre Rechte. Obwohl die Bewegung viel erreicht hat, ist der Kampf für Gleichberechtigung längst nicht beendet. So klingen die Forderungen am Internationalen Frauentag heute nicht viel anders als vor einem Jahrhundert: gleicher Lohn für gleiche Arbeit,bessere Aufstiegschancen und Arbeitsbedingungen und mehr Rechte gegen Gewalt und Sexismus. Zum Internationalen Frauentag 2023 sind auch in Niedersachsen viele Veranstaltungen geplant.
Bundesweit ruft die Gewerkschaft ver.di heute zum Warnstreik in Kitas und sozialen Einrichtungen auf. 83 Prozent der Beschäftigten in der Sozialen Arbeit seien Frauen. "Die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter muss die Anerkennung bekommen, die sie verdient", so die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Christine Behle. Mit den Protesten reagiert die Gewerkschaft auf das aus ihrer Sicht unzureichende Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Hannover: 9.30 Uhr, Ernst-August-PlatzBremen: 9.30 Uhr, Rudolf-Hilferding-PlatzOldenburg: 10.30 Uhr, RathausmarktGöttingen: 11 Uhr, GänselieselLüneburg: 10 Uhr, Am Fischmarkt (Alter Kran)Braunschweig: 10 Uhr, Platz der Deutschen EinheitBremerhaven: 9.30 Uhr, Theodor-Heuss-Platz
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft zu Kundgebungen rund um das Thema Frauen in der Erwerbsarbeit auf. In welcher Stadt welche Veranstaltung stattfindet, steht auf der Internetseite des DGB. Das Motto für den 8. März lautet: "Wer Fachkräfte sucht, kann auf Frauen nicht verzichten!" Neben Kundgebungen plant der DGB auch viele kulturelle Veranstaltungen.
Dezember 1908: Die Frauenorganisation der Sozialistischen Partei Amerikas beschließt einen Frauentag als Kampftag für das Frauenwahlrecht. 28. Februar 1909: Arbeiterinnen und bürgerliche Suffragetten begehen in Nordamerika den ersten Frauentag. August 1910: Die Frauenkonferenz der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen übernimmt die Idee eines Frauentags.19. März 1911: Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Sozialisten rufen zu einem Frauentag auf. Etwa eine Millionen Menschen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz folgen dem Aufruf. 1912: Schweden, die Niederlande und Frankreich schließen sich dem Frauentag an.1913: Russland schließt sich dem Frauentag an. 5. Mai 1917: Nach einer durch den Ersten Weltkrieg bedingten Pause gehen Frauen im Kampf um mehr Rechte wieder auf die Straße.Juni 1921: Auf der Zweiten Internationale Konferenz der Kommunistinnen wird ein weltweiter Frauentag am 8. März beschlossen. 8. März 1946: Nach dem Verbot des Frauentags im Dritten Reich findet er erstmals wieder statt, allerdings nur in der sowjetisch besetzten Zone. 1975: Im Rahmen des "Internationalen Frauenjahrs" erklärt die UNO den 8. März zum "International Women's Day".Dezember 1977: Die UNO-Generalversammlung benennt den 8. März offiziell als "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" - mit der Aufforderung, dass jedes Mitgliedsland ihn zukünftig alljährlich feiern soll.
Auch etliche kleinere Veranstaltungen finden zum Internationalen Frauentag an verschiedenen Orten in Niedersachsen statt. So verteilten zum Beispiel Mitarbeitende der Frauenberatungsstelle Osnabrück Tulpen und Informationsmaterial in der Großen Straße. Außerdem ruft das Bündnis "feministischer Streik Osnabrück" um 16 Uhr zur Demonstration auf dem Marktplatz auf. Das Motto: "Heraus zum 8. März! Gerechtigkeit statt Blumen - für das gute Leben für alle".
Die Stadt Hannover wendet sich mit einer Geschenkaktion an obdachlose Frauen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter verteilen von der stadteigenen Textilwerkstatt genähte Taschen mit einem eingebauten Alarmknopf und Informationen über frauenspezifische Beratungsangebote. "Frauen sind oft von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen und genau deswegen wohnungslos", so die Leiterin des Gleichstellungsreferats der Stadt Hannover, Friederike Kämpfe (Grüne). Von den gut 263.000 wohnungslosen Menschen in Deutschland seien ein Drittel Frauen.
Die Stadt Wilhelmshaven wirbt in diesem Jahr mit einer neuen Veranstaltung. Neben Terminen wie Lesungen, Filmvorstellungen oder Selbstverteidigungskursen findet im Kulturzentrum Pumpwerk ein sogenannter Fem-Slam statt. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Poetry-Slam, es treten aber nur Frauen auf. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Weitere Veranstaltungen in und um Wilhelmshaven sind in der offiziellen Broschüre der Stadt zum Weltfrauentag zu finden.
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